Ist das Anschreiben bei einer Bewerbung noch notwendig?

Ist das Anschreiben bei einer Bewerbung noch notwendig?

Warum das Anschreiben für die Bewerbung wichtig bleibt

Mit dem Anschreiben wollen Sie Ihren Wunsch-Arbeitgeber neugierig machen und Ihre Begeisterung für den Job verdeutlichen. Doch heißt das, dass man auf ein Bewerbungs-Video umsatteln muss oder ein ausgefallenes Design braucht? Auch wenn eine solche Bewerbung bestimmt auffällt: Die entscheidenden Zutaten im Anschreiben sind Ihre Persönlichkeit und der Mehrwert, den Sie dem Unternehmen bringen.

Erst letzte Woche haben wir uns auf dem Blog damit beschäftigt, ob ein schlechtes Anschreiben automatisch zur Absage führt. Ein Grund, warum das Anschreiben in seiner Bedeutung im Bewerbungsprozess immer weiter nach hinten rückt, könnte die fehlende Individualität sein. Wenn ein Personaler bei jedem Bewerber den gleichen Text liest, scheint es nur natürlich, sich vorrangig auf Lebenslauf und Zeugnisse zu konzentrieren.
Doch ist es wirklich so kompliziert, ein ansprechendes Anschreiben zu verfassen?

Es gibt seit Jahren Regeln oder Richtlinien, die einem sagen, wie ein Anschreiben geschrieben werden soll. Andere sagen, man sollte das Anschreiben am besten gleich sofort streichen.
Das wäre doch eigentlich schade, da dies für den Bewerber die einzige Möglichkeit ist, dem Arbeitgeber vor dem persönlichen Gespräch fernab von dem oft sehr trockenen Lebenslauf etwas über sich mitzuteilen. Wie tickt der Bewerber? Was ist ihm wichtig? All das ist im Lebenslauf schwer zu transportieren, kann aber im Bewerbungsprozess entscheidend sein. Letztendlich spielt das Zwischenmenschliche neben den Hard Facts immerhin noch eine sehr wichtige Rolle bei der Besetzung einer vakanten Stelle.

Wir wollen Bewerbern hier keine neue Vorlage geben, sondern Denkanstöße, um ein individuelles Anschreiben zu verfassen, das jeden Personalentscheider begeistert.

Motivation statt sanftem Einstieg

„Hiermit bewerbe ich mich auf die ausgeschriebene Stelle als xy in Ihrem Unternehmen.“
So oder so ähnlich beginnt ein Großteil aller Anschreiben.

Verzichten Sie in Ihrem Anschreiben doch einfach mal auf Selbstverständlichkeiten und konzentrieren sich stattdessen auf die Gründe, warum die Stellenanzeige genau zu Ihnen und Ihren aktuellen Wünschen und Zielen passt. Das machen Sie am besten mit kurzen, knappen Hauptsätzen. Nehmen Sie direkten Bezug zur Stellenanzeige, stellen Sie eine Frage, berufen Sie sich auf ein vorher geführtes Telefonat: Die Möglichkeiten für den Einstieg in das Anschreiben sind endlos. Setzen Sie auch gerne auf Originalität und beginnen mit Storytelling.
Ihnen fällt kein kreativer Anfang ein? Nehmen Sie Ihr altes Anschreiben und streichen probehalber den ersten Satz. Höchstwahrscheinlich macht Ihr Anschreiben auch ohne den einleitenden Satz Sinn.

Echte Kompetenzen statt Lebenslauf in Textform

Das Anschreiben ersetzt nicht den Lebenslauf. Häufig wird der Lebenslauf sogar als erstes unter die Lupe genommen. Es gibt also keinen Anlass, Ihre Karriere nochmals in Textform wiederzugeben.

Es reicht völlig aus, kurz etwas zu Ihrer aktuellen / letzten Position zu schreiben und sich dann auf Ihre Kernkompetenzen zu konzentrieren.
Zeigen Sie, was Sie auszeichnet und von den anderen Bewerbern abhebt. Vielleicht haben Sie ein spannendes Projekt geleitet oder haben ein außergewöhnliches Hobby, dass sich positiv auf Ihren Arbeitsalltag auswirkt.

Individualität statt leerer Worthülsen

Sie sind teamfähig? Kommunikationsstark? Das mag stimmen, aber damit sind Sie in Bewerbungsanschreiben sicher nicht alleine.
Zeigen Sie, was in Ihnen steckt! Geben Sie Beispiele, wie Sie im Team eine schwere Aufgabe bewältigt haben oder wie Sie eine wichtige Präsentation erfolgreich absolviert haben. Egal, ob Sie in einer besonderen Situation Ihr Können unter Beweis stellen konnten oder ein Talent haben oder eine Fähigkeit, die Sie von anderen Bewerbern abhebt – im Anschreiben dürfen Sie ruhig ein bisschen angeben.

Checken Sie die Fakten

Es ist wahrscheinlich eine Selbstverständlichkeit, aber an dieser Stelle soll es trotzdem einmal angesprochen werden: Checken Sie lieber einmal mehr, ob der Name der Firma oder des Ansprechpartners richtig geschrieben ist. Rechtschreibfehler im Namen des Ansprechpartners oder sogar dem Unternehmen machen direkt zu Beginn einen schlechten Eindruck. Auch wenn in der Stellenanzeige kein Ansprechpartner angegeben ist, findet man mit einem kurzen Blick auf die Website meist einen geeigneten Adressaten für die Bewerbung.

Lassen Sie Ihrer Kreativität freien Lauf

Haben Sie keine Angst vor dem leeren Blatt. Schreiben Sie doch einfach mal in einem Dokument ein Anschreiben – ganz losgelöst von allen Vorlagen, die man im Internet findet. Machen Sie sich im ersten Schritt keine Gedanken über komplizierte Formulierungen und korrekte Kommasetzung, sondern legen einfach mal drauf los! Warum wollen Sie genau diesen Job und nicht einen ähnlichen Job bei einem Konkurrenzunternehmen?
Diesen groben Entwurf können Sie dann bearbeiten und sich eventuell auch Inspiration von Anschreiben im Internet holen – wenn nötig.

Sie haben ein ganz besonderes Anschreiben? Dann her damit! Egal ob initiativ oder für eine unserer aktuellen Vakanzen – wir freuen uns auf Ihre Bewerbung!

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