“Ich habe eine Frage zur Stellenausschreibung” – Anruf vor der Bewerbung?

“Ich habe eine Frage zur Stellenausschreibung” – Anruf vor der Bewerbung?

Nach wie vor empfehlen Bewerbungsberater Arbeitssuchenden gerne, bei den Personalentscheidern des Unternehmens vor der Bewerbung anzurufen und Fragen zur Vakanz zu stellen.
Allerdings ist dies ein heikles Thema und war eine zeitlang ähnlich wie bei den kreativen Bewerbungsfotos ein richtiger Hype bei den Personalcoaches, so dass man vor einiger Zeit als Personaler nur noch übereifrige Bewerber an der Strippe hatte, die nicht alle mit dieser Vorgehensweise punkten konnten.

Vor einer Bewerbung anzurufen ist sicherlich eine gute und charmante Chance, schon einmal einen persönlichen Kontakt zu knüpfen, der einem vielleicht einen kleinen Vorteil gegenüber anderen Bewerbern gibt. Gerade wenn in der Stellenanzeige ganz konkret mit Angabe direkter Durchwahlen darauf hingewiesen wird, dass man ruhig mal durchrufen kann, oder?

Bitte rufen Sie nur bei konkreten Fragen an und stellen Sie keine „Pseudofragen“! 

Personaler erkennen ziemlich schnell, wer anruft mit einer konkreten Frage oder wer sich einfach nur ins rechte Licht rücken möchte. Personalabteilungen erhalten zu viele Anfragen.
Wer „Pseudofragen“ stellt, obwohl die Antwort klar in der Stellenanzeige steht oder easy auf der Unternehmensseite zu finden ist, raubt dem Ansprechpartner kostbare Zeit in seinem Arbeitsalltag. Ein positives Erinnern auf Personalerseite ist dann eher unwahrscheinlich.
Auch Aufforderungen an den Personaler wie “Erzählen Sie doch bitte etwas mehr zu der Stelle” kommen nur selten gut an. Lieber ganz spezifisch Unklarheiten durch Fragen klären. Mit etwas Glück kommt Ihr Gesprächspartner durch clever gestellte Fragen von ganz alleine ins Erzählen.

 „Ich möchte mich gerne bewerben, bin aber schon etwas älter – kann ich mich trotzdem bei Ihnen bewerben?“ 

Es gibt für alle Unternehmen in Deutschland nur eine Antwort auf diese Frage – nämlich: „ja“. Aufgrund des Antidiskriminierungsgesetzes werden Sie von keinem Personaler etwas anderes hören. Schreiben Sie doch einfach Ihre knackige Bewerbung und punkten Sie durch Ihre fachlichen Kompetenzen! Der Anruf bringt Ihnen gar nichts. Außer dass man bei Eingang Ihrer Bewerbung mit Sicherheit zuerst auf Ihr Alter achten wird.

„Störe ich gerade?“ –  Der richtige Zeitpunkt für das Telefonat 

In der Regel ist der Montagvormittag in Personalabteilungen nie ein guter Zeitpunkt, um offene Fragen zu klären. Dann laufen die Telefon der meisten Personaler auch ohne Ihr Zutun bereits heiß. Auch um die Mittagszeit, wenn viele Kollegen in der wohlverdienten Pause sind, kann Ihren Anruf möglicherweise von vornherein unter einem schlechten Stern.
Im Zweifel: zu Beginn höflich Fragen, ob Ihr Gesprächspartner kurz einen Augenblick Zeit hat. Falls Ihr Ansprechpartner gerade im Stress ist, können Sie dann einen besseren Gesprächszeitpunkt erfragen. Dann aber unbedingt auch zum abgemachten Termin wieder anrufen.

Der Anruf kann Sinn machen, wenn..

… die Stelle schon über zwei Wochen online ist. Bevor man sich die Arbeit, die eine vernünftige Bewerbung mit sich bringt, macht, kann man kurz nachfragen, ob der Einstellungsprozess noch läuft.
… Sie sich gut darauf vorbereitet haben. Greifen Sie nicht einfach kurz zum Telefon, sondern machen sich vorher klar, was Sie von dem Gespräch erwarten. Schreiben Sie sich die Fragen auf, damit Sie auch nichts vergessen.
… es Unklarheiten gibt, die Sie auch nicht über die Unternehmenshompage klären konnten. In großen Unternehmen könnte dies zum Beispiel der Standort der Stelle sein. Aber Achtung: lieber doppelt checken, ob diese Info sich nicht doch in der Stellenanzeige versteckt. Für Fachfragen ist der Personaler meistens nicht der richtige Ansprechpartner. Diese also am besten fürs Vorstellungsgespräch aufheben.

Rufen Sie also nicht nur an, um angerufen zu haben. Bereiten Sie Ihren Anruf gut vor und seien Sie auch auf Rückfragen von den Personalern vorbereitet. Denn auch für sie ist das eine erstklassige Möglichkeit, sich einen ersten Eindruck von Ihnen zu verschaffen.

Hören Sie während des Gespräches aufmerksam zu und lassen die gesammelten Informationen sinnvoll in Ihr Anschreiben einfließen. Ihre Bewerbung sollte dann zeitnah nach dem Telefonat, spätestens jedoch zwei Tage später, bei Ihrem Gesprächspartner eingehen – auf jeden Fall solange er oder sie sich noch an Sie erinnert.

Haben Sie eine Frage zu einer unserer aktuellen Ausschreibungen? Rufen Sie uns unter der Nummer 0431 775 424 25 an oder schreiben eine Mail an kiel@talentschuppen-personal.de – wir rufen dann schnellstmöglich zurück!

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